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Interview mit Holger Rothaug

Holger bringt über 25 Jahre Erfahrung an der Schnittstelle von Technologie, Organisation und Business mit, heute auch als Gründer. Sein roter Faden: software- und datengetriebene Organisationen bauen und KI so einführen, dass messbarer Mehrwert entsteht.

Holger, wenn du dich in drei bis vier Sätzen vorstellst: wie hat dich dein Weg über verschiedene Organisationstypen geprägt, was treibt dich heute als Unternehmer und Innovator an, und was hat sich durch den Schritt in die Selbstständigkeit an deinem Lernen und deinem Blick auf Wirkung verändert?


Antwort:

Ich arbeite seit über 25 Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Organisation und Business, im KMU, in der Beratung, im Konzern und in einem globalen High-Tech-Umfeld. Diese Stationen haben mich vor allem eines gelehrt: Technologie wirkt erst dann, wenn Menschen, Prozesse und Führung so aufgestellt sind, dass Umsetzung und Nutzung wirklich skalieren. Inhaltlich ging es um den Aufbau software- und datengetriebener Organisationen im automobilen und industriellen Kontext, von ADAS/AD-Plattformen bis zu skalierenden Kunden- und Datenplattformen. Heute stehe ich für verantwortungsvolle, praxisnahe KI-Transformation, die messbaren Mehrwert schafft. Mich treibt, wie Technologie Menschen und Organisationen befähigt, schneller zu lernen, bessere Entscheidungen zu treffen und nachhaltiger zu wachsen.

Der Schritt in die Selbstständigkeit kam aus dem Wunsch nach unmittelbarer Wirkung. Es gibt kein geregeltes Einkommen und weniger Sicherheit, aber die Ergebnisse der eigenen Arbeit werden direkter sichtbar, weil man Themen bewusst wählt und konsequent umsetzt. Mein Lernen ist dadurch unmittelbarer geworden, weil Feedback und Konsequenzen schneller greifen. Wer den Schritt erwägt, sollte den eigenen Mehrwert klar benennen, Unsicherheit bewusst tragen und Wirkung über Status stellen.

 


Was motiviert dich, dich bei Next Mobility Labs so eng einzubringen, und wie zeigt sich für dich in der Zusammenarbeit mit Gründerteams der größte Mehrwert, sowohl in deinem Beitrag als auch in dem, was du selbst daraus mitnimmst?


Antwort:

Mich motiviert an Next Mobility Labs die Kombination aus unternehmerischer Ambition und strukturierter Umsetzungskraft. Unternehmerisches Lernen entsteht für mich aus Praxis. In Gründerteams ist der Austausch direkter, offener und schneller als in Konzernkontexten, weil Dinge ausprobiert, verworfen und neu gebaut werden, ohne lange Legitimation. Genau das macht den Venture-Studio-Ansatz für mich wirksam, weil Ideen nicht nur diskutiert, sondern systematisch in skalierbare Produkte und Organisationen übersetzt werden.

Mein Beitrag ist am größten, wenn es darum geht, aus einer technischen Möglichkeit ein „Enterprise-taugliches“ Angebot zu machen. Das umfasst eine klare Storyline aus Beschaffungs- und operativer Perspektive, wachstumsfähige Lizenz- und Erlöslogik, das Verdichten komplexer Themen in entscheidungsfähige Aussagen und das Aufsetzen von Enablement und Adoption als System statt als Tool-Rollout. Bei Cardealer.ai bringe ich diese Perspektive in Geschäftsmodell, Pitch und Demo-Aufbau ein und helfe, die Sprache traditioneller Entscheider:innen zu treffen. Bei schematic verify unterstütze ich beim Schärfen von Zielbild, Go-to-Market und Scope, damit Produkt, Geschäftsmodell und Skalierung zusammenpassen.

Aus der Zusammenarbeit mit Gründerteams nehme ich vor allem Geschwindigkeit und Pragmatismus mit. Teams organisieren Umsetzung auch über verteilte Setups hinweg sehr funktional, ohne Präsenzlogik. Die Begeisterung ist ansteckend, weil Fortschritt unmittelbar sichtbar wird. Gleichzeitig sehe ich typische blinde Flecken in frühen Teams, etwa bei IP- und Rechtefragen. Das ist ein Muster. Genau dort hilft Erfahrung, Risiken früh sichtbar zu machen, bevor sie das Geschäft blockieren.

 


Warum investierst du in Next Mobility Labs, und was unterscheidet das Venture-Studio aus deiner Sicht von einem klassischen VC, insbesondere beim operativen Ownership und beim Netzwerk?


Antwort:

Ich investiere in Next Mobility Labs, weil ein Venture-Studio nicht nur finanziert, sondern operativ mitbaut. NML verbindet Kapital mit unternehmerischer Erfahrung sowie systematischer Produkt- und Organisationsentwicklung von Anfang an. Das ist für mich der zentrale Unterschied zu klassischem VC, der oft stärker über Finanzierung und Enablement wirkt, aber weniger über durchgängige Mitverantwortung in der Umsetzung.

Ownership sehe ich, wenn nicht nur unterstützt oder vernetzt wird, sondern Verantwortung in Modell, Umsetzung, Team-Setup und Produktisierung übernommen wird. Das ist für mich bei Cardealer.ai konkret sichtbar. Das Netzwerk ist unvergleichlich durch die Kombination aus Erfahrung und Arbeitsmodus. Es geht nicht nur um Kontakte, sondern um eine Kultur, die schnell in die Tiefe kommt und Diskussion konsequent in Umsetzung übersetzt.

 


Zum Abschluss etwas Persönliches: Gibt es ein Buch oder einen Podcast, der dich in letzter Zeit besonders inspiriert hat?


Antwort:

Da gibt es verschiedenes. Ich höre sehr viele Podcasts und lese eigentlich immer zwei Bücher parallel, ein Sachbuch und, abends im Bett, einen Roman. Um es konkret zu machen, hier meine persönlichen Highlights der letzten Zeit:

  • Podcast: Lex Fridman Podcast Folge 491, in der Peter Steinberger zu Gast ist, der Erfinder/ Entwickler von OpenClaw. Dies sollte einfach jeder hören, der sich mit der Frage beschäftigt, wie moderne Technologien die Geschäftswelt in naher Zukunft verändern werden und warum es so wichtig ist, dass wir Talent in Europa aufbauen und halten.

  • Sachbuch: Daniel Kahnemann, Thinking, Fast and Slow. Er erhielt für seine Forschungsarbeiten den Nobelpreis für Wirtschaft. Ich habe daraus mitgenommen wie wichtig es (für mich) ist, Raum für Gedanken und Ideen zu schaffen, z.B. bei längeren Spaziergängen. Hier lassen sich übrigens Ideen auch sehr gut mit dem Voice Mode des Copilot „diskutieren“.

  • Roman:  Neben „Stay away from Gretchen“ von Susanne Abel hat mich vor allem „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ von Yoko Ogawa berührt. Zu Büchern auch noch eine Podcast Empfehlung: Eat.Read.Sleep ist ein wunderbarer Podcast, den meine Frau und ich gerne gemeinsam hören.

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